Zufrieden blicken die Verantwortlichen auf die Energiebilanz der Schlossbadi für das Jahr 2024, die als eines der ersten Hallenbäder in der Schweiz mit dem Minergie-P-ECO-Label ausgezeichnet wurde. Im Sommer 2023 wurde die neue Frauenfelder Badi an das Fernwärmenetz angeschlossen. Erstmals wurde ein komplettes Betriebsjahr ausgewertet.

Im vergangenen Jahr hat die städtische Versorgerin Thurplus rund eine Million Kilowattstunden Fernwärme zur Versorgung der Badi geliefert und damit für einen klimaneutralen Betrieb der Heizung gesorgt. Die Menge lag etwas unter dem prognostizierten Wert, was unter anderem dem milden Winter geschuldet war.

Fernwärme spart jährlich mehr als 500 Tonnen CO2

Die Zuführung von Wärme erfolgt in Form von Niedertemperatur-Fernwärme aus der Abwasserreinigungsanlage Frauenfeld (ARA). Die thermische Energie wird in der Schlossbadi mit zwei hocheffizienten Wärmepumpen mit einer Leistung von je 850 kW in Nutzenergie umgewandelt und sorgt für eine angenehme Badetemperatur der vier Becken im Innenbereich, die eine Wasserfläche von 925 Quadratmetern haben. Daneben wird das Wasser für das Sportbecken im Freibad während des Saisonstarts temperiert. Fernwärme wird auch für Raumheizung, Lüftung sowie Brauchwassererwärmung genutzt. "In der Schlossbadi wird durch ein ausgeklügeltes System der Rückgewinnung auch eigene Abwärme aus der Lüftungsanlage und aus dem Abwasser genutzt. Die Anlagentechnik zählt zu den modernsten der Schweiz", erläutert Roman Brülisauer, Leiter des Amtes Freizeit und Sport. "Damit konnten wir im Jahr 2024 rund 570 Tonnen CO2 einsparen. Wir müssen als Kommune unserer Vorbildfunktion gerecht werden und Investitionen in nachhaltige Technologien sind wichtige Investitionen in die Zukunft."

Solarstrom zu 100 % Eigenverbrauch

Der Stromverbrauch der Schlossbadi betrug im Jahr 2024 insgesamt rund 2.39 Mio. Kilowattstunden. Diese Energie wird für den Betrieb der Wärmepumpen, der Wasseraufbereitung, der Umwälzpumpen sowie für Lüftung und Beleuchtung benötigt. Die elektrische Energie für das gesamte Hallenbad wird ausschliesslich in Form von zertifiziertem Strom aus erneuerbaren Quellen bezogen. Dieser stammt aus Schweizer Wasserkraftwerken und der auf der Dachfläche installierten Photovoltaikanlage.

"Mit den Solarmodulen konnten wir 356'000 Kilowattstunden Strom selbst produzieren und in der Schlossbadi zu 100 % selbst verbrauchen. Das entspricht etwa 15 Prozent des Gesamtstrombedarfs der Schlossbadi und liegt im Bereich unserer Planungen", erklärt Stadtrat Fabrizio Hugentobler, Departementsvorsteher Thurplus, Freizeit und Sport. "Ein so hoher Eigenverbrauch ist natürlich wirtschaftlich gesehen ein optimales Ergebnis und liegt noch über unseren Prognosen, bei denen wir von einem Eigenverbrauch von ca. 90 Prozent ausgegangen waren", freut sich Fabrizio Hugentobler. Durch den Einsatz der PV-Anlage und den Anteil des Stroms, der deswegen nicht aus dem Stromnetz bezogen werden musste, konnten im letzten Jahr 85'000 Franken eingespart werden. Die Anlage, die auf einer Fläche von etwa 1'200 Quadratmetern installiert wurde und eine Leistung von rund 400 Kilowatt-Peak hat, wird im Contracting-Modell von Thurplus betrieben.

Die neue Schlossbadi ist damit nicht nur hinsichtlich der guten Besucherzahlen, sondern auch mit Blick auf die Energiebilanz ein Erfolgsprojekt. "Diese Leistung war auch aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen den städtischen Bereichen Freizeit und Sport sowie Thurplus möglich", stellt Fabrizio Hugentobler heraus.

Bild von der Schlossbadi. Weitere Informationen in der Bildüberschrift sind nachfolgend.
Stadtrat Fabrizio Hugentobler, Roman Brülisauer, Leiter des Amtes Freizeit und Sport und Thurplus-Geschäftsleiter Peter Wieland haben erstmals ein komplettes Betriebsjahr der Schlossbadi ausgewertet und blicken zufrieden auf die Energiebilanz.
Bruttostromproduktion Schlossbadi 2024 in Kilowattstunden (kWh) nachfolgend weiter Informationen dazu.
Abbildung 1: Der auf dem Dach der Schlossbadi im Jahr 2024 erzeugte PV-Strom von 356'000 kWh konnte komplett für den Eigenverbrauch genutzt werden.