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FAQ

Aufgrund der angespannten geopolitischen Lage wurde auf Bundesebene bereits im letzten Dezember eine Krisenorganisation eingesetzt, die auf den Strommarkt fokussiert war. Im Laufe der letzten Monate wurde der Fokus auf die Gaslage erweitert. Auf politischer Ebene wird eine Krisenorganisation aufgebaut, welche die Koordination zwischen Bund und Kantonen, die Beurteilung der Lage auf politischer und strategischer Stufe, die Beurteilung des Handlungsbedarfs und die Vorberatung der Entscheide des Bundesrates zur Aufgabe hat.
Mit dem Steuerungsausschuss und der Krisenorganisation verfügt der Bundesrat bereits heute über eine Krisenstruktur, die jederzeit angepasst und erweitert werden kann. Die operative Umsetzung der Beschlüsse des Bundesrates in einer Mangellage erfolgt im Strombereich durch die Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen (OSTRAL). Diese wird beim Eintreten einer Strommangellage auf Anweisung der wirtschaftlichen Landesversorgung aktiv. Im Gasbereich hat der Bundesrat den Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) im Mai beauftragt, für die technische Umsetzung der Beschlüsse des Bundesrates eine operative Krisenorganisation (KIO) zu bilden sowie ein Konzept für ein Monitoring im Gasbereich auszuarbeiten. Die Arbeiten dazu laufen.
Auf die geografische Herkunft des Gases hat Thurplus nur sehr eingeschränkt Einfluss, da es für Gas kein internationales Herkunftsnachweissystem gibt. Thurplus kauft das Gas primär am Grosshandelsmarkt in Deutschland bei einer Vielzahl von Handelspartnern ein und importieren es in die Schweiz. Zu diesem Einkauf hat sich Thurplus in der Ostschweiz mit fünf Gasversorgern zusammengeschlossen. Deutschland bezog im vergangenen Jahr noch rund 50 Prozent seines Gases aus Russland. Zusammen mit den umliegenden Ländern versucht die Schweiz die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu reduzieren. Das aufgrund bestehender Verträge an Thurplus gelieferte Gas wird in der Praxis vielfach zwischen den Handelspartnern hin und her gehandelt, sodass aufgrund der fehlenden Herkunftsnachweise eine Zuordnung zu einzelnen Produzenten nicht möglich ist. Mit Beginn des Kriegs in der Ukraine hat Thurplus einen sofortigen Beschaffungsausschluss für alle russischen Händler veranlasst. Ausschliesslich das lokal produzierte Biogas kann eindeutig zugeordnet werden.
Kundendienst
Kundinnen und Kunden, die sich für das Thurplus Produkt „BiogasPlus100“ entscheiden, decken ihren Gasverbrauch zu 100 Prozent mit Biogas aus der Region. Dies ist im schweizerischen Herkunftsnachweissystem hinterlegt und wird entsprechend der verbrauchten Gasmenge buchhalterisch direkt der Verbraucherin bzw. dem Verbraucher zugeschrieben. Je gefragter Biogas aus der Region ist, desto mehr kann der Bau einer zusätzlichen Biogasanlage forciert werden. Und desto unabhängiger, wenn auch in kleinen Schritten, wird man von Gasimporten.
Kundendienst
Die gestiegenen Marktpreise haben mit Sicherheit einen kostensteigernden Einfluss auf die zukünftigen Gaspreise von Thurplus. Eine Aussage über die Höhe der Preissteigerung lässt sich voraussichtlich Ende August, nach der Kommunikation der Kostenfestlegung der Wintermassnahmen treffen.
Kundendienst
Mit dem Produkt Thurplus SolarInvest können sich Kundinnen und Kunden direkt an dem Bau von Solaranlagen in Frauenfeld beteiligen. Ideal auch für Mieterinnen und Mieter, Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer und kleinere Unternehmen, die keine eigene Solaranlage auf ihrem Dach realisieren können. Aktuell sind noch letzte Quadratmeter der gerade im Bau befindlichen Solaranlage auf dem Neubau des Athletics-Centers zu haben. Je grösser das Interesse an diesem Beteiligungsmodell ist, desto mehr Anlagen kann Thurplus realisieren – kleine Schritte auf dem Weg in eine vom Ausland unabhängigere Stromversorgung in Frauenfeld.
Kundendienst
Gemäss Medienmitteilung vom Bund vom 29. Juni 2022:
Die Versorgung der Schweiz mit Strom ist derzeit sichergestellt. Die Verfügbarkeit von Gas zur Stromerzeugung ist insbesondere mit Blick auf die Versorgungssicherheit im nächsten Winter von Bedeutung. Mit der Trockenheit in Mitteleuropa, der geringen Verfügbarkeit der Kernkraftwerke in Frankreich und dem Krieg in der Ukraine ist in den kommenden Monaten weiterhin mit einer Anspannung der Strommärkte und voraussichtlich hohen Preisen zu rechnen. Die ElCom beobachtet die Situation in Zusammenarbeit mit den weiteren zuständigen Behörden, namentlich dem Bundesamt für Energie (BFE), der wirtschaftlichen Landesversorgung, sowie mit Swissgrid.
Gemäss Medienmitteilung vom Bund vom 29. Juni 2022:
Die Versorgung der Schweiz mit Erdgas ist derzeit gesichert. Es stehen alle inländischen Pipelinekapazitäten uneingeschränkt zur Verfügung. Jedoch ist es aufgrund der Reduktion der Gaslieferungen aus Russland wenig wahrscheinlich, dass die europäischen Speicher gemäss den Zielen per Dezember 2022 zu 90 Prozent gefüllt werden können. Es werden deswegen in Europa Bewirtschaftungsmassnahmen vorbereitet, die eine Speicherbefüllung unterstützen sollen. Sollte die Wiederauffüllung der europäischen Gasspeicher während des Sommers 2022 nicht gelingen, könnte die Versorgungssituation für den Winter 2022/2023 kritisch werden. Die Schweiz verfügt über keine eigenen Gasspeicher und ist vollständig abhängig von Gaslieferungen aus dem Ausland.
In enger Zusammenarbeit zwischen der Gasbranche und den zuständigen Bundesämtern wurde in den letzten Monaten ein Konzept zur Verbesserung der Situation erarbeitet.

Das Konzept beinhaltet zwei Massnahmen: Einerseits die Einrichtung einer physischen Gasreserve in Gasspeichern der Nachbarländer. Diese soll 15 Prozent, rund 6 Terawattstunden (TWh), des jährlichen Gasverbrauchs der Schweiz von rund 35 TWh abdecken. Die Schweiz trägt damit im gleichen Mass zur Füllung der europäischen Speicher bei, wie es die übrigen EU-Staaten ebenfalls tun. Ergänzt wird dies durch die zweite Massnahme in Form der Beschaffung von Optionen für zusätzliche nicht russische Gaslieferungen in Höhe von 6 TWh (rund 20 Prozent des Schweizer Winterverbrauchs), die bei Bedarf kurzfristig abgerufen werden können.
Der Bundesrat hat die finalisierte Version des Konzepts an seiner Sitzung vom 29. Juni 2022 zur Kenntnis genommen und die fünf Regionalgesellschaften Erdgas Ostschweiz AG (EGO), Gasverbund Mittelland AG (GVM), Gaznat SA, Erdgas Zentralschweiz AG (EGZ) und Aziende Industriali di Lugano SA (AIL) zur Umsetzung verpflichtet. Thurplus bezieht das Gas aus dem Regionalnetz von EGO. EGO hat die entsprechenden Massnahmen eingeleitet und die OpenEP (Beschaffungsgesellschaft im Besitz der Ostschweizer Gasversorger) mit der Umsetzung beauftragt. Zur Finanzierung dieser Massnahmen wurde eine Kreditlinie in beträchtlicher Höhe im Finanzmarkt aufgenommen; die voraussichtlichen Kosten sollen bis August kommuniziert werden.
Beim Bund laufen die Gespräche und Sondierungsarbeiten für mögliche Abkommen mit den Nachbarstaaten, damit in einer Mangellage weiterhin Gas in die Schweiz gelangt. Erste Verhandlungen mit Deutschland haben im Juni 2022 stattgefunden. Das Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) prüft in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) wie der Aufbau von Gasspeicherkapazitäten in der Schweiz gefördert werden kann. Ende August wird über den aktuellen Stand informiert. Aufgrund der aktuellen Versorgungslage und der Diskussion auch innerhalb der EU-Mitgliedsländer betrachtet Thurplus diese Verhandlungen als sehr ambitiös.
Neben den bereits getroffenen oder eingeleiteten Vorkehrungen zur Vorbeugung von Mangellagen bereitet sich der Bundesrat zusammen mit den zuständigen Verwaltungseinheiten, den Kantonen und der Energiebranche mittels verschiedener Szenarien auf eine mögliche Gas- oder Strommangellage vor. Auch im Strombereich ist in der Schweiz die Wahrscheinlichkeit einer Mangellage gestiegen. Dies aufgrund der schwierigen Situation bei den Kernkraftwerken in Frankreich (viele Ausserbetriebnahmen infolge Sicherheitsprüfungen) und der absehbaren Engpässe aufgrund der erdgasbasierten Stromproduktion in den umliegenden Ländern.

Einer möglichen Gasmangellage will der Bund mit verschiedenen Massnahmen begegnen. Beim Szenario einer drohenden Mangellage im Gasbereich werden mit einer Informationskampagne des Bundes und der Gasbranche Sparappelle an alle Erdgasverbraucher gerichtet. Empfehlungen und Ratschlägen sollen den Verbrauch von Erdgas deutlich reduzieren. Gleichzeitig würden die Zweistoffkunden auf Heizöl umgeschaltet. Der Bundesrat appelliert an die Betreiber von Zweistoffanlagen, jetzt ihre Heizöltanks trotz der hohen Preise zu füllen.

Wenn die Sparappelle und die angeordneten Umschaltungen von Zweistoffanlagen nicht ausreichen, um die Gasmangellage zu bewältigen, soll der Erdgasverbrauch kontingentiert werden. Davon sind in einem ersten Schritt alle Anlagen betroffen, die nicht zur Kategorie «Anlagen von geschützten Verbrauchern» zählen. Zu den geschützten Verbrauchern zählen insbesondere Haushalte, die an ein Erdgasverteilnetz zur Wärmeversorgung angeschlossen sind, weiterhin grundlegende soziale Dienste, die nicht den Bereichen Bildung und öffentliche Verwaltung angehören sowie Fernwärmeanlagen, sofern sie Wärme an Verbraucher (Haushalte und soziale Dienste) liefern und keine Brennstoffwechsel vornehmen können.